Pensionspferdehaltung & Kutschfahrten
Meisterbetrieb
Bewegungsstallanlage
Aktivstall
Ein guter Offenstall im Herdenverband mit ausreichendem Platzangebot bietet die Befriedigung der Bedürnisse unserer Pferde an.
Ein guter Bewegungs-/Aktivstall optimiert dieses Angebot indem die Funktionsbereiche systematisch getrennt werden und nur nach langen Rundläufen erreicht werden kann. Denn das treibt die Pferde zu stetiger, ruhiger Bewegung an. Sie verbringen ihren Tag damit diese Bereiche zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse aufzusuchen. Dabei legen sie viele Kilometer am Tag zurück, was sie ohne Anreiz nicht tun würden
 
Unsere Herde mit 30 Tieren lebt das ganze Jahr in einer Anlage auf 15 ha mit computergesteuerter Fütterung. Die Selektionsmögchlichkeit der Station macht es uns möglich, Pferde mit verschiedenen Bedürfnissen stressfrei in einer großen Herde halten und sie dennoch individuell füttern zu können.
So funktioniert unser Modell:
Die Pferde bewegen sich zu jeder Zeit frei zwischen den überdachten Ruhebereichen (1) in der Halle und den Schleppdächern und den Auslaufflächen im Paddock (6). Hier hat das Pferd Zugang zu den beheizten und selbstnachlaufenden Tränken (8) und bekommt Stroh angeboten (4). Jedes Pferd trägt einen Erkennungschip, der ausgelesen wird, wenn es durch die Kraftfutterstation (3) läuft. Hier wird bei jedem Betreten ein kleiner Teil der Tagesration Kraftfutter über den Trog gefüttert. Entscheidend für unser System ist jedoch das Tor am Ausgang der Station. Es kann umschwenken und entscheidet nach Computervorgabe in individuell anpassbaren Zeitfenstern, ob das Pferd Zutritt erhält (blau), oder über Umwege (7) wieder zurück in den Paddock geschickt wird (rot). Nur zu seinen Zutrittszeiten gelangt das Pferd zu den Winterfutterbereichen (9) mit Raufutterangebot bzw. über den Rundlauf (10) auf die großen Weideflächen (11). Möchte es sich vor der Witterung schützen, Stroh fressen, trinken oder sich wieder ein paar Körner seiner Kraftfutterration abholen, kann es jederzeit durch die Einbahntore (5) zurück in den Paddock. Die Einbahntore werden mit der Brust aufgedrückt und schließen sich sofort wieder, sobald das Pferd hindurch ist. Von der anderen Seite lassen sie sich nicht öffnen. Der Weg aus dem Paddock erfolgt allein über die Station und somit nicht am Computersytem vorbei. Der Computer verrät mir viel über das Verhalten des Pferdes im Laufe des Tages und lässt ein immer wieder neu anpassbares Fütterungs- und Weidekonzept zu.
Das Pferd kann so nicht nur seinen sozialen Bedürfnissen nachkommen, sondern befriedigt durch das rotierende Aufsuchen der Anlaufpunkte auch seinen ausgeprägten Bewegungsbedarf.
Häufig gestellte Fragen:
Für welche Pferde ist der Aktivstall geeignet?
Unsere Herde ist bunt gemischt aus allen Rassetypen, Größen und Altersklassen. Durch unser System der Fütterung und Weidezuteilung können wir Pferde mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen gemeinsam in einer Herde halten. Eine so vielfältige Herde wiederum bietet dem Einzeltier die Möglichkeit sich den Gruppen und Kleinverbänden anzuschließen, die ihn ansprechen. Das ist dann keine geformte Struktur, wie in einer zusammengestellten homogenen Kleingruppe, sondern der Umgang kann frei nach dem Befinden des Pferdes erfolgen. Wir entdcken immer wieder Bindungen zwischen Pferden, die der Mensch so wohl nicht zusammengeführt hätte.
Das Mindestalter unter drei richtet sich nach dem jüngsten Spielkamarad und nach oben sind die Grenzen offen. So lange auch der Rentner noch rüstig genug auf den Beinen ist, um auf die Körpersprache der Anderen angemessen reagieren zu können und am Weideleben teilhaben darf, gibt es für das Verlassen der großen Herde keinen Grund. Häufen sich die Gebrechen eines alten Pferdes oder braucht ein Herdenmitglied durch eine Erkrankung eine Intensivbetreuung, die dem Herdenleben entgegensteht, haben wir bis jetzt immer eine Lösung in einer Einzel- oder Kleingruppenhaltung gefunden.
Werden Stuten und Wallache getrennt?
Von der Geschlechtertrennung als Grundsatz halte ich nichts. In einer natürlichen Herde laufen mit den Stuten auch männliche Tiere, die für den Leithengst keine Konkurrenz bedeuten, weil sie beispielsweise zu jung sind. Erst mit Entwicklung eigener Triebe werden die an den Rand und aus der Herde gedrängt. In unseren künstlich zusammengestellten Herden haben wir aber weder einen Leithengst, der seine Stuten um sich scharrt, noch die Konkurrenz zu anderen Hengste. Denn wir haben es mit Wallachen zu tun. Sie sind eine Bereicherung in einer Gruppe von Stuten. In der Natur nicht vorgesehen, verkörpern sie weder das eine noch das andere Geschlecht. Ich erlebe immer wieder enge Bande zwischen Wallachen und Stuten, die ich nicht missen möchte.
Selbstverständlich sprechen wir hier nur von Wallachen mit akzeptablem Verhalten. Zeigt ein Wallach treibendes, stark besitzanzeigendes oder gar deckendes Verhalten in Form des wiederholten Aktes, ist er für die Gemeinschaft nicht tragbar. Solch ein Verhalten ist aber nicht die Regel. In solch einem Falle muss man diesen Wallach aus der Herde entfernen und nicht Wallache ausschließen.
Sind 30 Pferde in einer Herde nicht zu viel?
Das ist eine Frage des Platzangebotes. Unserer Herde stehen mehr als 15 ha als Auslauf- und Weidefläche zur Verfügung. Auch außerhalb der eigentlichen Weidezeit muss genügend Fläche zur Verfügung gestellt werden können. Allein der Paddock, in dem sich nie die gesamte Herde aufhält, mißt 15.000 qm. Aber auch im Winter geben wir Weideflächen frei, die kaputtgetreten werden dürfen und dann im Frühjahr umgebrochen werden.
Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass die Quadratmeterzahl, aber auch die Gestaltung der Flächen, über das Wohlbefinden des einzelnen Tieres entscheidet. Passt das Verhältnis von der Fläche zur Gruppe, ist die Größe der Herde nicht mehr von Bedeutung, da die Herde sich ohnehin in einzelne Gruppen aufteilt.
Wie werden neue Pferde eingewöhnt?
Die Eingewöhnung neuer Tiere in die große Herde erleben wir stets unkomplizierter und mit geringerer Verletzungsgefahr, als in kleinen Gruppen. Ein enges Gefüge von 2 bis 10 Pferden wird völlig durcheinandergebracht, wenn man ein neues Pferd eingliedern möchte. Das erleben wir in unserer großen Herde meist ganz anders. Eine große, stabile Herde misst einem Neuankömmling weniger Bedeutung bei. Das neue Pferd hat hier die Möglichkeit mit gebührendem Abstand zunächst eine Randstellung einzunehmen.
Die Außeinandersetzungen zum Festlegen einer neuen Rangfolge sind weniger streng territorial und das Anzeigen von Ansprüchen geschieht erst nach und nach. Wobei sich das weichende Pferd mit viel Raum zurückziehen kann. Mand darf sich die Rangordnung auch nicht als Ranking von Platz 1 bis 30 vorstellen und ein neues Pferd fängt ganz am Ende an. In verschiedenen Situation zu verschiedenen Zeiten zeigen die Pferde unterschiedliches Verhalten. Nicht Pferd A darf alles und Pferd Z leidet. Ein rangniedriges Pferd kann im Übrigen ebenso zufrieden seinen Platz einnehmen, denn es hat freien Raum.
Das alles funktioniert natürlich wieder nur, wenn das Platzangebot ausreichend ist und im Optimalfall vorerst keine Konkurrenz beim Futterangebot entsteht. Daher eignet sich die Sommerweidezeit am Besten für ein neues Herdenmitglied. Natürlich spielt auch das Verhalten des neuen Pferdes eine Rolle. Die soziale Stellung im alten Stall ist dabei aber weniger von Bedeutung haben wir festgestellt.
Wie schnell lernen die Pferde sich zurechtzufinden?
Pferde, die eine solche Haltungsform noch nicht kennen, lernen oft schnell von den anderen Pferden. Wir üben zunächst das Betreten der Station mit der Handsteuerung. Das Pferd muss mit den Geräuschen in der Station vertraut gemacht werden und lernen, den Kopf zwischen die Sensoren zu halten. Dafür fährt der Trog bodennah aus, und beim Senken des Kopfes wird der Chip ausgelesen.
Als zweites lernt das neue Pferd das Aufdrücken der Einbahntore. Zunächst helfen wir ihm durch Aufhalten. Die Laufwege lernt der Neuling von den Wegen, die die Herde geht. Nur einige Pferde müssen sich erst von dem direkten Weg abbringen lassen, denn nur der Umweg führt zum Ziel. Das Üben mehrmals am Tag übernehmen wir, sodass die meisten Pferde schon in den ersten Tage die Vorzüge der Station zu schätzen lernen.
Wie wird mein Pferd vom Computer erkannt?
Alle Pferde tragen einen Erkennungschip. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten.
 
Viele unserer Pferde tragen den Chip als Implantat unter der Haut. Der Transponder sitzt, wie der Identifikationschip der FN im Halsmuskel, nur höher richtung Dreher/Atlas. Er ist außerdem etwas größer, um einen besseren Empfang zu gewährleisten. Auch dieser Chip trägt eine individuelle Nummer, die in den Equidenpass eingetragen werden kann.
Eine Alternative ist ein Ring eingeflochten in der Mähne oder an einem Halsband mit Sollbruchstelle. In den ersten Tagen binden wir den Chip gern an ein Halfter, dass das Pferd in der Anfangszeit noch trägt. Der Chip sitzt so schon am Kopf des Pferdes, so dass es beim leichen Senken des Kopfes in der Station ein Erfolgserlebnis durch das Herausfahren des Trogs hat.